Emsdetten II

Das Flussbett bei Emsdetten – die weiße Farbe an den Baumstämmen markiert den früheren Wasserstand

Gaststätte „Lintels Kotten“

Der Name „Lintels Kotten“ stammt von einem kleinen Fachwerkbau, der gegenüber der heutigen Gaststätte lag. Kotten waren einzelne Wohnhäuser oder Werkstätten, die abseits der dörflichen Gemeinschaft lagen. Der ehemalige Standort des Lintels Kotten ist hier noch deutlich als von Eichen umstandene Waldlichtung erkennbar. Auch eine Schmiede hatte in dieser Waldung ihren Standort. Dort wurden nicht nur die Pferde der Bauern sondern auch die Treidelpferde der Postboote des benachbarten Max-Clemens-Kanals mit Hufeisen beschlagen. Auch eine Windmühle stand hier einmal.

Auf Grund eines sicherheitspolizeilichen Erlasses im Jahr 1765 mussten alle Ortsbehörden die auf ihrem Gemeindegebiet befindlichen Gasthäuser in einer Liste erfassen und an die münstersche Regierung senden. Dieser Erlass sollte der Unsicherheit im Land durch Bestimmungen über die Fremdenaufsicht entgegenwirken. Aus dieser Liste geht hervor, dass Lintels Kotten vor dem Jahre 1765 noch den Namen „In der Mutter Gottes“ trug. Ein weiterer Erlass im Jahr 1774 war die Schildpflicht für Gastwirte und verlangte die Einsendung eines neuen Verzeichnisses aller ansässigen Gasthäuser.


Ein altes Haus mit einem Baum davor. Foto: Heimatbund Emsdetten

Die Liste, die 1765 an die Regierung versandt wurde, enthielt die folgenden sechs Gaststätten:

  • Stroetmann – „Im weißen Pferd“ (Frauenstraße, gegenüber St. Pankratius)
  • Christoph Pröbsting – „Im doppelten Adler“
  • Adam Wenker – „In die Sterne“ (heute Kloppenborg, Frauenstraße)
  • Backmann – „Im Wappen von Rheine“
  • Oetker oder Kloppenborg – „Im Schäfchen“ (Teupe, Mühlenstraße, abgerissen)
  • An Lintels Kotten – „In der Mutter Gottes“ (heute Lintels Kotten)

Zeichnung eines Straßenplans Grafik: cognitio
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