Die Steinerne Schleuse
Zwei Schleusen hatte der Max-Clemens-Kanal. Eine davon war die „Hölterne Schluse“, welche aus Holz gebaut war. Die zweite, bedeutendere „Steenerne Schluse“, befand sich hier in der Nähe der früheren Gaststätte Blomberg (heute Hotel Wermelt).
Der Bau der „Steenernen Schluse“ wurde im Jahr 1726 begonnen und endete etwa 1 1/2 Jahre später. Für die Planung beauftragte Fürstbischof Clemens August einen niederländischen Wasserbauingenieur. Die Schleuse wurde so groß, dass vier bis fünf der damaligen Kanalschiffe, also Treckschuten mit einer Länge von 16 m und einer Breite von 3 m, zeitgleich durchgeschleust werden konnten. Da nur drei solcher Schiffe auf dem Kanal verkehrten, lag das weit über dem Bedarf. Zum Bau der Schleuse wurde Sandstein aus den Steinbrüchen bei Bevergern verwendet. Sehr bald zeigte sich jedoch, dass dieser ungeeignet war und Wasser durch die Mauern sickerte. 1815 wurde die Schleuse durch ein großes Leck unbrauchbar. Um den Schiffsverkehr dennoch aufrechterhalten zu können, wurde ein Damm aus Bohlen und Lehm errichtet, auf dem ein Kran die Ladungen umsetzen konnte. Als die Nutzung des Kanals endete, wurden die Steine der Schleuse an die Katholische Kirchengemeinde St. Martin in Sendenhorst verkauft. Die Steine wurden zum Bau einer Kirche verwendet.
Die große Schleusenkammer hatte ein Maß von ca. 53 m x 4 m, während die kleinere Schleusenkammer eine Größe von ca. 25 m x 4 m erreichte. Die Höhe des Mauerwerks und der Schleusentore betrug ca. 8 m. Die Fallhöhe je Schleusenvorgang betrug zwischen Ober- und Unterwasser 12 Fuß (rd. 3,80 m).
Schon gewusst?
Damals wurden Länge und Breite des Kanals nicht in Metern, sondern in „Rheinischen Fuß“ gemessen. Ein rheinischer Fuß entsprach 0,3138 m.