Greven I

Foto: cognitio

Reckenfeld – vom Munitionsdepot zum blühenden Ort

Die landwirtschaftlich geprägte Gemarkung Reckenfeld erfuhr am zweiten November 1916 ihren Urknall, als durch das Preußische Kriegsministerium der Befehl erging, an der Eisenbahnstrecke Münster-Rheine „bei Münster“ ein Nahkampfmitteldepot zu errichten. Das Terrain umfasste rund 153 Hektar Fläche, auf der 208 Munitionsschuppen errichtet wurden. Insgesamt wurden 7,4 Millionen Stiel-, Eier- und Wurfgranaten sowie Mienen eingelagert. Zum Einsatz kamen sie nie.

 

Nach Kriegsende wurden sie vernichtet. Die gesamte Militäranlage wurde im Jahr 1923 an die Eisenhandelsgesellschaft Ost GmbH verkauft. Bis Ende 1927 wurden die ehemaligen Munitionsschuppen an 169 Familien aus 80 Orten vermarktet. Unter großen Entbehrungen haben diese Siedler als Neubürger von Reckenfeld eine dör iche Gemeinschaft aufgebaut. Ein eigenständiges Schulwesen und die kirchlichen Organisationen trugen dazu bei.

 


Alter Schienenplan Der Schienenplan für das Nahkampfmitteldepot – heute Reckenfeld (Quelle: Rech, Reckenfeld)

Haus der Geschichte

Ein ehemaliger Munitionsschuppen an der Lennestraße 17, der Letzte seiner Art in Deutschland, wurde zu einem Museum umgebaut und 2016 als „Haus der Geschichte“ eingeweiht. Interessierte Besucher haben hier die Gelegenheit die Zeitgeschichte hautnah zu erleben.

Weitere Informationen: www.geschichte-reckenfeld.de


Foto von einem Haus. Foto: Herbert Runde

Der Walgenbach

Wie der Max-Clemens-Kanal hat auch der naheliegende Walgenbach keinen natürlichen Ursprung, sondern gilt ebenfalls als technisches Bauwerk. Der Graben wurde um 1730 ausgehoben, um das überschüssige Wasser aus dem Kanal abzuleiten und es in der Bauerschaft Herbern in die Ems einzuleiten. Im Laufe der Zeitgeschichte hat sich der Walgenbach kaum verändert und führt weiterhin bis in die Ems. Lediglich die Anbindung an den ehemaligen Max-Clemens-Kanal ist heute nicht mehr vorhanden. Der Name Walgenbach bedeutet so viel wie „Unholdsbach“ oder „Wellenbach“.


Alte Zeichnung eines Kanals. Quelle: Heimatmuseum Walgenbach
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