Clemenshafen

Quelle: LWL Medienzentrum für Westfalen

Vom Eckpunkthafen zur Bauerschaft

Clemenshafen am Frischhofsbach trägt den Namen des Erbauers Fürstbischof Clemens August von Bayern. Der Hafen war seit der Inbetriebnahme des Kanals von 1731 bis 1771 der Eckpunkthafen. Hier befand sich ein Speditionsund Postgebäude. Die Waren der ankommenden Schi e (Treckschuten) wurden hier entladen und mit Pferdefuhrwerken weiterbefördert. Als der Kanal im Jahre 1771 um sechs Kilometer verlängert wurde, verlor der Hafen an Bedeutung.

Neuer Eckpunkthafen wurde Maxhafen an der Chaussee Wettringen-Neuenkirchen. Clemenshafen wurde zu einer landwirtschaftlichen Hofstelle und besaß durch Zukauf der Besitzerfamilie von Olfers aus Münster um 1900 rund 1.000 Morgen (244 ha), welche hauptsächlich mit Tannenwald bewachsen waren. Im Volksmund nannte man die Flächen „Olfers Tannen“. Die letzte Besitzerin, die Freifrau Franziska Magdalene von Kerckering zu Borg in Rinkerode, veräußerte das Gut 1919 an die Siedlungsgesellschaft „Rote Erde“. Diese verkaufte in den Folgejahren von 1920 bis 1923 den Grund und Boden an siedlungswillige Bauernsöhne und Heuerleute. So entstand die aus 15 Siedlern bestehende Bauerschaft „Rote Erde“.


Altes Foto einer Gaststätte von außen Foto: Westfälisches Archiv

Clemenshafen kann auf mindestens 200 Jahre Gastwirtschaft zurückblicken. Die heutige Besitzerfamilie Ostermann brach 1965 das alte Hafengebäude ab und baute an gleicher Stelle eine moderne Gaststätte. Zwei der mit Schnitzornamenten versehenen Türen aus dem alten Gebäude wurden in der neuen Gastwirtschaft integriert.


Zwei sehr alte Türen Foto: Westfälisches Archiv

Hinter dem Gasthof am Frischofsbach steht ein fast 200 Jahre alter Grenzstein. Hier verlief die Grenze zwischen dem Fürstbistum Münster und der Grafschaft Steinfurt. Der Stein ist mit dem entsprechenden Wappen der beiden Fürstentümer versehen.


Zwei Fotos von Grenzsteinen Foto: Bernhard Altenhülsing
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